Autor: Georg Burmeister
Meilenstein erreicht – Braunschweig Lions verpflichten neuen Headcoach
Mit der Verpflichtung des 30-jährigen US-Amerikaners Brayden McCombs als neuen Headcoach, legen die Braunschweig Lions den Grundstein für den sportlichen und organisatorischen Neustart in die Saison 2026.
Trotz seines noch jungen Alters kann der aus Zillah im US-Bundesstaat Washington stammende Brayden McCombs bereits mehrjährige Erfahrungen als Trainer und Headcoach vorweisen. Nach seiner aktiven Zeit als Offensivee Line Spieler begann er seine Coaching Laufbahn als Offensive Assistant an der renommierten Eastern Washington University (NCAA FCS Div. 1).
Es folgten Stationen in Australien (Monash Warriors), an der MidAmerica Nazarene University als Runningback Coach sowie drei Spielzeiten in Brasilien, wo er nicht nur als Headcoach, sondern auch als Offensive Coordinator und bei verschiedenen anderen Aufgaben Erfahrungen sammeln konnte.
Seine ersten Erfahrungen im europäischen American Football sammelte er 2024 im französischen Team der Molosses d’Asnières. Sowohl als Headcoach, als auch Offensive Coordinator, führte er das Team zur statistisch besten Offense in der ersten französischen Liga. Zusätzlich koordinierte er als Sportdirektor die Zusammenarbeit und Entwicklung aller im Verein angesiedelten Mannschaften.
2025 übernahm er die Mannschaft der Ours de Toulouse und führte das Team entgegen allen Erwartungen bis in die Playoffs. Am Ende der Saison 2025 wurde er zum „Coach of the Year“ in der ersten französischen Division gewählt.
Nach dem Ende der Saison in Frankreich wagte er den Sprung in die ELF zum Team der Wroclaw Panthers, wo er als Offensive Line Coach u.a. daran beteiligt war, dass Quarterback Demarcus Irons als erster in der Geschichte der ELF in einer Saison mehr als 1.000 Yards Raumgewinn aus eigenen Läufen verzeichnen konnte.
Brayden McCombs hat einen Master-Abschluss in Education von der Eastern Washington University, spielt gerne Videospiele, geht regelmäßig ins Fitnessstudio und ist, wenn es seine Zeit erlaubt, mit seiner Frau und seinem Hund im Grünen unterwegs.
Als wichtigste Aufgabe wird es für ihn jetzt primär darum gehen, den Trainerstab und das Team der Braunschweig Lions für die geplante Erima-GFL Saison 2026 zusammenzustellen und das Offseason-Training zu etablieren, um dann bestmöglich vorbereitet in die kommende Saison zu gehen.
Zu seiner Verpflichtung sagte er: ‚Ich bin stolz darauf und freue mich, eine dermaßen verantwortungsvolle Aufgabe bei den Braunschweig Lions übernehmen zu dürfen. Die gesamte Organisation genießt im deutschen und europäischen Football einen sehr guten Ruf und ich werde meinen Teil dazu beitragen, die Braunschweig Lions in eine erfolgreiche Zukunft zu führen.‘
Noch im November soll Brayden McCombs die Arbeit in Braunschweig vor Ort aufnehmen und die Fans sollten spätestens beim aktuell in Planung befindlichen Dauerkarten-Verkaufsstart für die Saison 2026 die Möglichkeit erhalten, den sympathischen US-Amerikaner auch persönlich kennenzulernen.
Text: Holger Fricke
New Yorker Lions siegreich im emotionalen Saisonschluss
Knapp 4.000 Football-Fans im Braunschweiger Eintracht-Stadion erlebten nicht nur ein großartiges Footballspiel zwischen den New Yorker Lions und den Allgäu Comets, welches die Lions mit 35:13 (7:0; 14:7; 7:0; 7:6) gewinnen konnten, sondern auch einen emotionalen Abschied von Troy Tomlin und Dave Likins, zwei Persönlichkeiten, die über Jahrzehnte hinweg die DNA der Lions mitgestaltet haben und die Lions zu dem gemacht haben, was sie heute sind: ein Team, das aus dem deutschen und europäischen American Football nicht wegzudenken ist.
1st Quarter
Das Spiel begann mit dem Kick-off der Lions. Bereits im ersten Angriffsdrive der Gäste merkte man, dass für die Hausherren dieses Spiel etwas Besonderes ist. Von Beginn an setzte die Verteidigung der Lions die Gäste unter Druck und gab ihnen nicht viel Raum, ihr Spiel zu etablieren. Nach dem ersten Punt der Comets starteten die Löwen ihren ersten Angriff und bewegten den Ball mit einem Wechsel aus Pass- und Laufspiel über das Feld. Philipp Dolezal, Michael Breuler sowie Finn Oppermann und CJ Okpalobi zeigten ihr Können. Den ersten Touchdown zur 7:0-Führung (PAT L. Jeckstadt) erzielte CJ Okpalobi nach einem Pass über sechs Yards von Karé Lyles. Auch der nächste Angriffsversuch der Comets wurde schnell durch die aufmerksame Defense der Lions beendet. Nach einem Sack von Michael Stadler gegen Allgäus Spielmacher Conor Regan folgte der nächste Punt der Gäste.
2nd Quarter
Zu Beginn des zweiten Spielabschnitts war es Lions-Passverteidiger Aaron Banks, der mit der ersten Interception des Spiels die nächsten Punkte für sein Team einleitete. Von der eigenen 20-Yard-Linie machten sich die Löwen um Karé Lyles auf den Weg Richtung Endzone der Comets. Hauptakteur des Angriffsdrives der Hausherren war Wide Receiver Michael Breuler, der allein mit sechs Passfängen die Serie dominierte. Der letzte Catch über acht Yards sorgte für den Ausbau der Führung auf 14:0 (PAT L. Jeckstadt). Weiter ging es mit dem nächsten Highlight der Lions-Verteidigung. Gleich im ersten Spielzug der Gäste war es Safety Willem Vancompernolle, der den Passversuch von Conor Regan aus der Luft fischte und so für den nächsten Turnover sorgte. Der Angriff der Braunschweiger sagte „Danke“ und erhöhte die Führung kurze Zeit später durch einen Acht-Yard-Touchdownlauf von Finn Oppermann auf 21:0 (PAT L. Jeckstadt). Vorausgegangen war ein 46-Yard-Passfang von Lewis Kirby.
Dass die Allgäu Comets nicht gewillt waren, das Spiel ihrerseits bereits abzuhaken, zeigten sie mit dem folgenden Drive ihres Angriffs. Mit einer schönen Serie von Spielzügen ging es bis an die Drei-Yard-Linie vor der Braunschweiger Endzone. Den Anschluss zum 21:7 (PAT S. Köppl) erzielte Dominik Hörner nach Pass von Conor Regan. Der nächste Drive der Lions endete in einem Punt und brachte die Comets kurz vor der Halbzeit nochmals in Ballbesitz und bis an die 15-Yard-Linie der Gastgeber. Doch ein Fehler beim Snap führte zum Fumble und brachte bei noch knapp 30 Sekunden Spielzeit den Angriff der Löwen nochmals aufs Feld. Mit auslaufender Uhr geriet der 55-Yard-Field-Goal-Versuch von Luca Jeckstadt aber zu kurz.
3rd Quarter
Nach der Halbzeitpause war es abermals der Angriff der New Yorker Lions, der in Person von Lewis Kirby für das nächste Highlight des Spiels sorgte. Mit einem spektakulären Catch und einem anschließenden Lauf über insgesamt 60 Yards bis in die Endzone der Allgäuer baute er die Führung auf 28:7 (PAT L. Jeckstadt) aus. Die Allgäu Comets gaben sich weiterhin nicht geschlagen und fanden Mittel und Wege, Raumgewinn zu erzielen. Es ging für sie bis in die Hälfte der Lions voran, doch Aaron Banks sorgte mit seiner zweiten Interception des Tages für den nächsten Turnover der Partie. Auch die Lions waren nicht fehlerlos an diesem Tag, und so ereilte Karé Lyles kurze Zeit später dasselbe Schicksal: Comets-Verteidiger Giovanni Scialdone fing einen Passversuch des Lions-Spielmachers ab.
4th Quarter
Nach dem letzten Seitenwechsel nutzte der Angriff der Kemptener diese Chance aus, und Niccolo Formosa verkürzte den Spielstand mit einem Fünf-Yard-Passfang auf 28:13 (PAT nicht gut). Mit dem Spielende und dem Saisonende in Sichtweite wurde es jetzt auch auf dem Spielfeld emotional. Finn Oppermann brachte mit fünf Läufen in Folge den Ball bis tief in die Hälfte der Comets. Michael Breuler brachte mit einem 10-Yard-Passfang den Ball bis auf ein Yard vor die Endzone. Die Punkte zum 35:13 (PAT L. Jeckstadt) oblagen Teamkapitän und Offensive Liner Malte Hrabak, der mit einem Ein-Yard-Lauf den ersten Touchdown seiner Footballkarriere erzielte und sich damit in die Scorerliste der Lions-Geschichte verewigte.
Kurz vor dem Spielende war es dann Lions-Urgestein Benjamin „Benny“ Krahl, der seinen letzten Spielzug auf dem Spielfeld als aktiver Spieler mit einer Interception beendete. Besser hätte kein Drehbuch dieser Welt diesen Moment planen können.
Damit beenden die New Yorker Lions nicht nur die Erima-GFL-Saison 2025, sondern auch ihre Zeit in der höchsten deutschen Spielklasse unter dem Namen ihres langjährigen Hauptsponsors und Unterstützers New Yorker. Ab der kommenden Spielzeit werden die Lions wieder unter ihrem ursprünglichen Namen Braunschweig Lions American Football in Braunschweig spielen und damit ein neues Kapitel in der langen Geschichte des Teams aufschlagen.
Scoreboard
07:00 – 6-Yard-TD-Pass K. Lyles auf CJ Okpalobi (PAT L. Jeckstadt)
14:00 – 8-Yard-TD-Pass K. Lyles auf M. Breuler (PAT L. Jeckstadt)
21:00 – 8-Yard-TD-Lauf F. Oppermann (PAT L. Jeckstadt)
21:07 – 3-Yard-TD-Pass C. Regan auf D. Hörner (PAT S. Köppl)
28:07 – 60-Yard-TD-Pass K. Lyles auf L. Kirby (PAT L. Jeckstadt)
28:13 – 5-Yard-TD-Pass C. Regan auf N. Formosa (PAT nicht gut)
35:13 – 1-Yard-TD-Lauf M. Hrabak (PAT L. Jeckstadt)
Text: Holger Fricke
New Yorker Lions verabschieden Trainerteam Troy Tomlin und Dave Likins nach der Saison 2025
Der 1. FFC Braunschweig e.V. und die New Yorker Lions geben bekannt, dass die Verträge von Head Coach Troy Tomlin und Defensive Coordinator Dave Likins nach Ablauf der Saison 2025 nicht verlängert werden. Damit endet eine der erfolgreichsten Trainer-Ären im deutschen und europäischen American Football.
Eine Ära voller Titel und Erfolge
Mit Troy Tomlin und Dave Likins prägten zwei herausragende Persönlichkeiten die jüngere und auch ältere Geschichte der Lions. Beide Coaches stehen für sportliche Exzellenz, taktisches Feingefühl und eine einzigartige Erfolgsbilanz – national wie international.
Troy Tomlin – Architekt einer Dynastie
Bereits in den 1990er-Jahren führte Tomlin als Defensive Coordinator die Braunschweiger Footballer zu mehreren Meisterschaften und dem Eurobowl-Sieg 1999. Als Head Coach übernahm er erstmals 2001 bis 2004 und kehrte nach einer Übergangszeit am Westminster College 2013 zurück. Unter seiner Regie gewann das Team fünf German-Bowl-Titel (2013, 2014, 2015, 2016, 2019) und vier Eurobowl-Siege (2015–2018). Mit insgesamt neun deutschen Meisterschaften und fünf europäischen Titeln gehört er zu den erfolgreichsten US-Coaches in Europa.
Seine Gesamtbilanz: 295 Siege, 72 Niederlagen und 3 Unentschieden.
Dave Likins – Defensive Mastermind
Likins begann seine Lions-Laufbahn Anfang der 1990er-Jahre, ehe er 2013 als Defensive Coordinator nach Braunschweig zurückkehrte. In seiner Amtszeit formte er die Verteidigung zu einer der gefürchtetsten Einheiten Europas. Unter seiner Führung gewannen die Lions fünf German Bowls (2013–2016, 2019) sowie vier Eurobowls (2015–2018). Nach einem Engagement bei den Wroclaw Panthers in der European League of Football kehrte er 2024 nochmals zurück und etablierte die Lions-Defense erneut auf Spitzenniveau.
Verabschiedung
Das letzte Heimspiel mit Troy Tomlin und Dave Likins findet am Samstag, den 06. September 2025, im Eintracht-Stadion Braunschweig statt. Direkt im Anschluss an die Partie werden beide Trainer im Stadion im feierlichen Rahmen von Team, Verein und Fans verabschiedet.
Dank und Anerkennung
„Mit Troy Tomlin und Dave Likins verabschieden wir nicht nur zwei außergewöhnliche Coaches, sondern auch prägende Persönlichkeiten, die über Jahrzehnte hinweg die DNA der Lions mitgestaltet haben“, erklärt Holger Fricke, Vorstand GFL beim 1. FFC Braunschweig e.V.. „Ihr Vermächtnis wird für immer ein Teil der Lions-Geschichte sein.“
Der 1. FFC Braunschweig e.V. und die Lions-Familie sagen DANKE für alles, was Troy Tomlin und Dave Likins in der Vergangenheit für den Football in Braunschweig, in Deutschland, in Europa und in der GFL geleistet haben. Beide Trainer haben sich mit ihrer Tätigkeit für die Lions in Braunschweig ein Denkmal gesetzt, das strahlender kaum sein kann. Ohne diese beiden American Football Masterminds hätten die Lions niemals eine derartige Erfolgsgeschichte schreiben können.
Der Verein wünscht Troy Tomlin und Dave Likins für ihre Zukunft nur das Beste – und sagt von Herzen: Danke, Coaches!
Kometeneinschlag?
Die Saison 2024 endete für die Allgäu Comets mit einer ausgeglichenen Bilanz von 6 Siegen und 6 Niederlagen. Mit Tabellenplatz 4 im Süden konnten die Kemptener zwar die Playoffs erreichen, mussten sich dort aber bereits im Viertelfinale dem späteren Meister aus Potsdam mit 84:20 geschlagen geben. Bereits im Laufe der letztjährigen Saison wurde klar, wo bei den Comets der Schuh drückt: In insgesamt 13 Spielen kassierte das Team 538 gegnerische Punkte, also im Schnitt rund 41 Punkte pro Spiel. Zu viel, um wirklich ganz vorne mitreden zu können, auch wenn die eigene Offense mit insgesamt 405 Punkten, die rein zahlenmäßig stärkste im Süden war.
In der aktuellen Saison läuft es für das Team von Head Coach Elias Gniffke leider nicht wirklich gut. Zunächst ging der Auftakt bei den Pforzheim Wilddogs mit 34:20 verloren, dann allerdings folgten Siege gegen die Saarland Hurricanes und die Schwäbisch Hall Unicorns. Danach war bzw. ist aber völlig der Wurm drin, denn seit Mitte Juni gelang den Comets kein einziger Sieg mehr, auch wenn einige Spiele nur sehr knapp verloren gingen. Auch am vergangenen Wochenende mussten sie sich den ifm Ravensburg Razorbacks in einer bis in das Schlussviertel spannenden Begegnung mit 26:43 geschlagen geben und stehen damit vor dem Spiel bei den New Yorker Lions mit einer Gesamtbilanz von 2 Siegen und 8 Niederlagen auf dem 7. und damit letzten Tabellenplatz der GFL Süd. Wirklich Sorgen machen müssen sich die Verantwortlichen in Kempten aber nicht, denn bedingt durch den Rückzug der Kirchdorf Wildcats gibt es in diesem Jahr im Süden keine Relegation bzw. keinen Absteiger.
Im Coaching Staff der Allgäuer gab es aufgrund der bereits geschilderten losen Enden in der Defense nur eine wesentliche Änderung. Neu im Team von Head Coach Elias Gniffke ist Defensive Coordinator Nic Soupidis. Der erfahrene Deutsch-Brite spielte Anfang der 90iger Jahre als Linebacker in Osnabrück und verlegte sich nach seiner aktiven Zeit schnell aufs Coaching. Team Managerin Anja Bloch und die Assistant Coaches für Defensive- und Offensive Line, sowie die Special Teams blieben den Comets erhalten.
Auf dem Feld galt es, zunächst den Verlust von QB Xeavier Bullock zu kompensieren. Die Comets heuerten als Ersatz für ihn den US-Amerikaner QB Conor Regan an. Er kommt aus der GFL2 von den Münster Blackhawks und den Rostock Griffins nach Kempten. In seiner US-Zeit sammelte er an verschiedenen Colleges Erfahrung und lief dort in über 30 Spielen als Starter auf. Bis jetzt zeigt er in Kempten gute Leistungen und erspielte bei 240 vollständigen Pässen insgesamt knapp 3.000 Meter Raumgewinn mit 25 Touchdowns. Allerdings warf er bisher auch bereits 15 Interceptions.
Hauptanspielstationen für ihn sind die WR Dominik Hörner, Elias Kraljevic und Geoffrey Greene. Das Trio zeichnet für insgesamt gut 2.300 Meter Raumgewinn aus Pässen und 18 Touchdowns verantwortlich. Zur besseren Einordnung: Die gesamte Comets Offense erzielte mit Passspiel bisher 26 Touchdowns… Ach ja, Geoff Greene wird von den Comets auch gerne mal im Laufspiel eingesetzt. Dabei sammelte er weitere knapp 300 Meter Raumgewinn und 4 Touchdowns ein. Apropos Laufspiel: Hier setzen die Allgäuer primär auf RB Lars Kozlowski. Er wechselte letztes Jahr von den Schwäbisch Hall Unicorns nach Kempten und avancierte dort schnell zum Top-Rusher des Teams. In der laufenden Saison hat er bereits gut 580 Meter Raumgewinn und 7 Touchdowns aus Läufen und gefangenen Pässen erzielt und führt damit vor seinem Positionskollegen RB Patrick Welte erneut die entsprechende Statistik an.
In der Abwehr werden die Comets vor allem LB Dominik Schmid vermissen. Der Mann ist eine wahre ‚Tackle-Maschine‘, bringt seine Power allerdings in diesem Jahr in der ELF für die Munich Ravens auf das Feld. Dafür ist mit dem österreichischen LB Kevin Limmen ein ähnlich starker Ersatzmann an Bord geholt worden, der mit bisher 64 Tackles und 2,5 Sacks auch direkt mal die Führung in den Defensivstatistiken der Kemptener übernommen hat. Um die Passverteidigung zu verstärken, holten die Allgäuer den irischen DB David King und den ehemaligen Kirchdorfer DB Caleb Ashby. Die beiden bilden zusammen mit dem italienischen DB Giovanni Scialdone, dem US-Mann DL Austin Spille und dem deutschen DB Daniel Näßler und LB Luis Ströbel eine Truppe, die mit insgesamt gut 150 Tackles, 6 QB-Sacks, 2 Forced Fumbles und 12 Interceptions in den Abwehrstatistiken der Comets ebenfalls weit oben auftaucht. Last not least haben die Allgäuer für die Defensive Line in Gestalt von DL Jamarcus Henderson einen erfahrenen Profi geholt, der zuvor schon für die Kuopio Steelers in Finnland und die Vienna Vikings in der ELF gespielt hat.
Die Comets werden mit der Vergabe der Playoffplätze im Süden nichts mehr zu tun haben. Von daher geht es für sie in den verbleibenden Spielen gegen Braunschweig und München primär darum, die Saison zu einem möglichst guten Ende zu bringen. Konkret können die Allgäuer mit Siegen aus diesen beiden Partien die Straubing Spiders (je nach deren Ergebnissen) noch auf den letzten Tabellenplatz verweisen. Wirklich wichtig ist das vor dem bereits geschilderten Hintergrund bzgl. Relegation und Abstieg in der GFL Süd aber nicht.
Mit dem klaren 34:10 Sieg in Hildesheim am vergangenen Wochenende haben sich die New Yorker Lions eine zugegebenermaßen winzige Chance auf den Einzug in die Playoffs erhalten. Dazu muss das Team von Head Coach Troy Tomlin aber am Samstag nicht nur gegen die Allgäu Comets gewinnen, sondern die Kiel Baltic Hurricanes müssten auch ihr Spiel gegen den Tabellenletzten aus Paderborn verlieren. Nur und nur dann würden die Lions in der Abschlusstabelle noch an den Hurricanes vorbeiziehen. Wie wahrscheinlich so ein Szenario ist, legt bitte jeder für sich selbst fest.
Sollten die New Yorker Lions die Playoffs verpassen, würde die Endrunde im deutschen Football zum ersten Mal seit 2012 ohne die Braunschweiger stattfinden. An Action im Stadion wird es angesichts dieser Konstellation in jedem Fall nicht mangeln. Neben vielen Gewinnspielen und der Präsentation des Spielballs durch die Fallschirmspringer von Skydive Hildesheim wird eine Marching Band im Stadion auftreten. Darüber hinaus wird die Halbzeitshow unter anderem von einem großen Dance Team bestritten und nach dem letzten Spiel mit New Yorker als Haupt- und Namenssponsor wird es sicherlich eine Menge Emotionen geben. Last not least kann Stefan Bubenheim als Stadionsprecher der Lions aufgrund einer lange geplanten Reise heute nicht dabei sein. Als sein Vertreter wird Harold McMillan diesmal alle Fans im Stadion durch das Rahmenprogramm im Innenraum und das Spiel begleiten.
Alles zusammen mehr als Grund genug, sich dieses Spektakel nicht entgehen zu lassen.
Text: Torsten Morgenstern
werde VIP des Tages mit SPIELFELDRAND und MEMORY PICTURE
Mehr Drama am kommenden Samstag geht kaum – die Play-offs sind nur noch mit Unterstützung der Paderborn Dolphins zu erreichen. Gleichzeitig müssen die LIONS ihr Spiel (Kick-off 18 Uhr) gegen die Allgäu Comets gewinnen, die schon einmal „Spielverderber“ an der Hamburger Straße waren. On top gibt es noch eine mehr als ungeklärte Zukunft für die LIONS. Aber eines ist sicher – es wird der LAST DANCE als NewYorker LIONS im Homefield an der Hamburger Straße.
Und wenn ich, Wolfgang Dzuga, der die LIONS und diesen Sport seit 1989 mit Leidenschaft begleitet, einen Wunsch äußern darf, dann diesen… Wem etwas an den LIONS liegt oder in all den Jahren mal gelegen hat, der sollte sich auf den Weg ins Stadion machen, um Team, Coaches, Staff und die vielen Ehrenamtlichen nochmal so richtig zu unterstützen und diesen Tag mit einer schönen Kulisse für alle zu etwas besonderem zu machen – DANKE
Und ich freue mich wieder sehr auf die VIP´s des Tages, denn auch für dieses Heimspiel gibt es wieder die beiden begehrten Plätze in der absolut ersten Reihe auf der kultigen „VIP-Bank“ direkt am Spielfeldrand zu gewinnen.
Natürlich erhält der/die Gewinner/-in auch dieses Mal ein hochwertiges Foto auf der Kultbank mit SEINEM/IHREM Lieblingsspieler !! Das Foto wird dann in hochauflösender Qualität per Email direkt in der Folgewoche des Spieles zugestellt.
Das zu Gewinnende Rundum-Wohlfühl-Paket enthält also folgendes:
– der/die Gewinner/-in nebst einer Begleitperson genießt alle Annehmlichkeiten des VIP-Bereiches
– Einlauf der Mannschaften direkt auf dem Spielfeld erleben
– Spielverfolgung auf der kultigen VIP-Sitzbank direkt am Spielfeldrand
– Memory Picture auf eben der VIP Bank mit seinem/ihrem Lieblingsspieler im Anschluss an das Spiel
Mitmachen kann natürlich auch wieder jeder. Hierzu einfach die nachstehende Gewinnfrage beantworten und schon ist man bei der Verlosung mit dabei.
Alle Einsendungen die bis zum 05.09.2025 um 12 Uhr eingehen werden berücksichtigt. Der/die Gewinner/in wird dann am 05.09.2025 zwischen 12 und 15 Uhr telefonisch informiert. Der Rechtsweg ist natürlich wie immer ausgeschlossen.
Wir wünschen allen Teilnehmern viel Glück und dem Gewinner anschließend viel Freude mit dem Gewinn.
New Yorker Lions gewinnen Niedersachsen-Derby klar
Bestes Footballwetter und eine tolle Atmosphäre im Hildesheimer Friedrich-Ebert-Stadion waren die Voraussetzungen für den klaren und ungefährdeten 10:34 (3:6; 0:14; 7:7; 0:7)-Sieg der New Yorker Lions im Niedersachsenduell gegen die Mannschaft der Hildesheim Invaders.
1st Quarter
Das Team der Lions gewann den Coin Toss und entschied sich für den Kick-off der Partie. Nach einem guten Return des Hildesheimers Malcolm Washington bis dicht an die Mittellinie machten sich die Gastgeber auf den Weg Richtung Braunschweiger Endzone.
Invaders-Spielmacher Hendrik Scharnbacher verteilte die Bälle an seine Passempfänger Paul Terjung, Matti Probst, Vincent McDonald und Keelan Cole und führte sein Team bis an die 11-Yard-Linie der Löwen heran. Dort war jedoch Schluss mit den Angriffsbemühungen: Die Hildesheim Invaders entschieden sich für ein 28-Yard-Fieldgoal durch Tristan Eikenberg und gingen mit 3:0 in Führung.
Die Antwort der Lions ließ nicht lange auf sich warten. Die Kombination Karé Lyles auf Michael Breuler benötigte drei Pässe, den letzten davon über 47 Yards, um ihrerseits Punkte auf das Scoreboard zu bringen und mit 3:6 (PAT nicht gut) erstmalig die Führung zu übernehmen. Direkt im Anschluss überraschten die Braunschweiger die Hildesheimer mit einem hervorragend ausgeführten Onside Kick von Luca Jeckstadt, den der Kicker der Lions selbst aufnehmen konnte und somit seinen Angriff erneut in aussichtsreicher Position aufs Feld zurückschickte. Zählbares sprang jedoch nicht für die Löwen heraus und es ging ins zweite Spielviertel.
2nd Quarter
Nach einem Sack durch Gabriel Montagner und einem Punt der Hausherren starteten die Braunschweiger ihren nächsten Offense-Drive von der eigenen 30-Yard-Linie. Finn Oppermann, Lewis Kirby, Michael Breuler und CJ Okpalobi brachten ihr Team bis auf Höhe der 5-Yard-Linie der Invaders. Von dort vollendete Karé Lyles mit einem Lauf zum 3:14 (TPC K. Lyles) die Angriffsserie erfolgreich. Es folgte der nächste erfolglose Drive der Hildesheimer gegen die starke Defense der Lions, der in einem Punt endete. Sechs Spielzüge später war es Lewis Kirby, nach Pass von Karé Lyles, der die Führung auf 3:20 (TPC nicht gut) erhöhte.
Kurz vor der Halbzeitpause, mit nur noch weniger als einer Minute zu spielen, erhielt der Braunschweiger Angriff ein weiteres Mal die Chance auf Punkte. Von der eigenen 25-Yard-Linie reichte es aber letztendlich nicht zu Zählbarem, da der finale „Hail Mary“-Passversuch von Karé Lyles in die Endzone der Hildesheim Invaders abgewehrt werden konnte.
3rd Quarter
Zu Beginn des dritten Quarters war es erneut der Braunschweiger Angriff, der punktete. Nach dem Kick-off der Gastgeber führten Finn Oppermann mit Läufen sowie Philipp Dolezal und abermals Michael Breuler mit Passfängen ihr Team bis ein Yard vor die gegnerische Endzone. Für den Ausbau der Führung zum 3:27 (PAT L. Jeckstadt) war erneut Karé Lyles selbst zuständig.
Auf Seiten der Hildesheim Invaders hatte man sich in der Halbzeitpause Gedanken gemacht, wie das Braunschweiger Abwehrbollwerk zu überwinden sei, und setzte dies gleich im ersten Drive der zweiten Spielhälfte um. Mit Läufen ihres Runningbacks Jeremie Kwanzambi Beni und einem Pass von Hendrik Scharnbacher auf Keelan Cole kamen die Hausherren mit nur wenigen Spielzügen schnell bis kurz vor die Endzone der Lions. Die Punkte zum 10:27 (PAT T. Eikenberg) erzielte Wide Receiver Peter Solf nach einem 8-Yard-Pass von Hendrik Scharnbacher.
Bei den New Yorker Lions kam im weiteren Verlauf des dritten Spielabschnitts gefühlt etwas Sand ins Getriebe, und man kam nicht so richtig voran. Besser dagegen war die Defense der Löwen unterwegs, die die Invaders und vor allem ihren Spielmacher Hendrik Scharnbacher jetzt ständig unter Druck setzen konnte. Braunschweigs Safety Willem Vancompernolle fing einen Pass von Hendrik Scharnbacher kurz vor dem letzten Seitenwechsel ab und beendete somit vorerst die angestrebte Aufholjagd der Hildesheimer.
4th Quarter
Zurück im Spiel fand die Offense der Lions mit Beginn des vierten und letzten Spielviertels wieder ihren Rhythmus. Erneut war es Ballfänger Michael Breuler, der mit einem 65-Yard-Touchdown nach Pass von Karé Lyles für ein Highlight sorgte. Im weiteren Verlauf des vierten Quarters gaben beide Mannschaften immer mehr den Back-ups Einsatzzeit und die Möglichkeit, sich auf dem Feld zu beweisen.
Weitere Punkte der Hildesheim Invaders verhinderte mit seiner zweiten Interception des Spiels Willem Vancompernolle, der einen Ball in der eigenen Endzone abfangen konnte. Mit Laufspiel über Marc Kaufmann und Finn Oppermann ließen die New Yorker Lions kontrolliert die Uhr bis zum Spielende herunterlaufen und beendeten schlussendlich das Niedersachsenderby mit dem verdienten Sieg.
Scoreboard:
03:00 – 28-Yard-Fieldgoal T. Eikenberg
03:06 – 47-Yard-TD-Pass K. Lyles auf M. Breuler (PAT nicht gut)
03:14 – 5-Yard-TD-Lauf K. Lyles (TPC K. Lyles)
03:20 – 8-Yard-TD-Pass K. Lyles auf L. Kirby (TPC nicht gut)
03:27 – 1-Yard-TD-Lauf K. Lyles (PAT L. Jeckstadt)
10:27 – 10-Yard-TD-Pass H. Scharnbacher auf P. Solf (PAT T. Eikenberg)
10:34 – 65-Yard-TD-Pass K. Lyles auf M. Breuler (PAT nicht gut)
Text: Holger Fricke
Lokalderby in Hildesheim – Lions treffen auf die Hildesheim Invaders
Zum letzten Auswärtsspiel in der regulären Erima-GFL-Saison 2025 geht es am kommenden Samstag für die New Yorker Lions zum Lokalderby nach Hildesheim zu den Invaders. Am 30. August um 16 Uhr kommt es im Friedrich-Ebert-Stadion in Hildesheim zum insgesamt 22. Aufeinandertreffen der beiden Kontrahenten. In der bisherigen Geschichte beider Teams konnten die Löwen 17 Mal als Sieger das Feld verlassen. Der letzte Sieg der Invaders datiert dabei aus dem Jahr 1989.
Die Spielzeit der Gastgeber ist geprägt von Höhen und Tiefen. In den bisherigen zehn Partien konnten die Hildesheimer vier Mal das Feld als Sieger verlassen, sechs Mal hatten sie das Nachsehen. Dazu kam im Verlauf der Saison der Umbruch im Coaching Staff und der Wechsel auf der Position des Headcoaches. Gerrit Meister, der zu Beginn das Zepter in der Hand der Invaders hielt, verließ aus eigenem Antrieb die Mannschaft. Ihm folgte der in Hildesheim bestens bekannte Marcus Herford, der nach seinem mehr oder weniger erfolgreichen Ausflug in die ELF, zum Schweizer Team der Helvetic Mercenaries, wieder zurück an seine Wirkungsstätte von 2022 bis 2024 kehrte.
Mit Marcus Herford gab es auch Veränderungen im Team der Niedersachsen. Einige Spieler folgten Gerrit Meister und verließen die Mannschaft, andere Spieler brachte der US-Amerikaner mit zu den Invaders. Seit der Verletzung des Stammspielmachers Nelson Hughes übernahm der in Braunschweig bestens bekannte Hendrik Scharnbacher die Kommandobrücke im Angriff.
Im Backfield auf der Position des Runningbacks steht mit Jeremie Kwanzambi Beni ihr aktuell bester Scorer im Team. Der Brite kam zu Saisonbeginn von den Allgäu Comets zu den Invaders.
Bester Ballfänger im Kader der Hildesheimer ist der US-Amerikaner Vincent McDonald. Seine Collegezeit verbrachte er am Rensselaer Polytechnic Institute (RPI) in der NCAA Div. III, bevor er in Europa zum einen bei den Kuopio Steelers, als auch bei den Barcelona Dragons in der ELF auflief. Mit bisherigen 62 Ballfängen für knapp 650 Yards und vier Touchdowns ist er eine gefährliche Anspielstation für Hendrik Scharnbacher.
Als weitere Anspielstation für die Quarterbacks brachte Marcus Herford Keelan Cole Sr. mit zu den Invaders. Der Wide Receiver spielte bereits für Teams wie die Jacksonville Jaguars, New York Jets oder auch die Las Vegas Raiders und weist in seinen insgesamt sieben Jahren in der NFL nahezu 200 Passfänge für knapp 3.000 Yards Raumgewinn und 15 Touchdowns auf.
Auf Seiten der Defense führt Linebacker Harry Hobson die Statistik an. Der gebürtige Australier wechselte im Juni von den Hamburg Sea Devils zu den Hildesheim Invaders und ist seitdem einer der Aktivposten in der Verteidigung. Ebenfalls mit dem Wechsel von Marcus Herford kam auch nahezu zeitgleich Passverteidiger Will Johnson III zu den Invaders. Der US-Amerikaner ersetzte den bis dahin für die Hildesheimer spielenden Chauncey Moore, der in die ELF zum Team von Rhein Fire wechselte. Für den 23-jährigen Defensive Back ist Hildesheim die erste Station im Ausland. Davor lief er für das Team der Houston Christian University in der NCAA Div. I FCS auf.
Als letzter Neuzugang stieß OJ Thompson zum Team der Invaders, welcher im April, kurz vor dem Saisonstart, den Lions den Rücken kehrte.
Alles in allem haben die Hildesheim Invaders trotz aller Unruhen im Verlauf der bisherigen Saison ein starkes Team am Start. Blickt man auf die bisherigen Spielergebnisse, fallen vor allem die zum Teil sehr engen Spiele seit Juli auf, in denen besonders der Angriff der Gastgeber mit Punkten auf sich aufmerksam machen konnte.
Für die Hildesheim Invaders ist der Kampf um die Playoffs – wie auch für die Lions – rechnerisch noch möglich. Die Invaders müssen zum einen beide noch ausstehenden Partien gegen die Lions und die Berlin Rebels am letzten Spieltag gewinnen und zum anderen müssen die Berliner zusätzlich gegen die Munich Cowboys am kommenden Wochenende den Kürzeren ziehen.
Ähnlich sieht es für die Lions aus. Wollen sie, auch wenn bei ihnen ebenfalls nur noch eine minimale Chance besteht, sich die Playoff-Teilnahme 2025 weiter offenhalten, müssen auch sie das Spiel gewinnen sowie in einer Woche gegen die Allgäu Comets. Des Weiteren müssen die Kiel Baltic Hurricanes ihre letzte Partie gegen die Paderborn Dolphins verlieren oder – wie bei den Invaders – die Berlin Rebels ihre beiden letzten Begegnungen.
Es wartet also auf alle Fans der Region ein spannendes und interessantes Spiel, das mit Highlights auf beiden Seiten des Balls gespickt sein könnte.
Text: Holger Fricke