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Autor: Georg Burmeister

Es ist angerichtet – die letzten drei Heimspiele der Saison stehen fest!

Die heiße Phase der regulären Saison beginnt – und wir brauchen euch im Stadion! Die letzten drei Heimspiele der New Yorker Lions sind terminiert und die Kickoffzeiten bestätigt.

 

Achtung: Beim Spiel gegen die Allgäu Comets starten wir erst um 18:00 Uhr!

 

📅 Termine im Überblick:

10. August vs. Berlin Rebels – Kickoff 15:00 Uhr

23. August vs. Potsdam Royals – Kickoff 18:00 Uhr

06. September vs. Allgäu Comets – Kickoff 18:00 Uhr

 

Drei Heimspiele. Drei Herausforderungen. GO LIONS!

Lions verlieren Krimi in Kiel

Bei bestem Footballwetter im Kieler Kilia-Stadion entwickelte sich nach einer rabenschwarzen ersten Halbzeit für die New Yorker Lions ein Krimi auf Augenhöhe. Final hatten die Braunschweiger trotz Aufholjagd in der zweiten Spielhälfte das Nachsehen und verloren knapp mit 28:27 (7:0; 7:0; 0:7; 14:20) gegen die Kiel Baltic Hurricanes.

1st Quarter

Die Gastgeber begannen die Partie mit dem Kick-off und konnten den ersten Angriffsversuch der Lions umgehend stoppen. Aber auch ihrerseits holperte es im ersten Drive, und so kamen die Löwen nach einem Punt der Hurricanes an der eigenen 37-Yard-Linie wieder in Ballbesitz. Mit Pässen von Karé Lyles auf Philipp Dolezal, CJ Okpalobi und Lewis Kirby ging es bis tief in die Hälfte der Kieler voran. Leider landete der nächste Passversuch in aussichtsreicher Position in den Armen von Kiels Linebacker Robert Revels, der den Ball bis an die 42-Yard-Linie zurücktrug. Von dort machten sich die Gastgeber auf, sich unaufhaltsam Yard für Yard der Endzone der Lions zu nähern.

Die beiden Wide Receiver Chandler Smith und Michel Peschel brachten ihren Angriff mit Passfängen bis an die 13-Yard-Linie der Lions voran. Chandler Smith war es auch, der final nach einem 9-Yard-Pass von PJ Settles sein Team erstmalig mit 7:0 (PAT A. Wulford) in Führung brachte. Die Lions um Quarterback Karé Lyles begannen den folgenden Drive mit kurzen Pässen und Laufspiel im Wechsel. Zusätzlich führte eine Strafe gegen die Kieler Verteidigung dazu, dass sich die Braunschweiger Offense bis an die 36-Yard-Linie Kiels vorarbeitete. Dort war es erneut Robert Revels, der einen Passversuch von Braunschweigs Spielmacher erahnte und abfälschte. Der getippte Ball landete in den Armen von Kiels Linebacker Bjarne Sauer, der den nächsten Turnover auf das Konto der Hausherren gutschreiben konnte.

2nd Quarter

Es ging ins zweite Quarter, und dieses Mal war Braunschweigs Verteidigung auf der Hut und stoppte Kiels Angriffsbemühungen. Der Angriff der Braunschweiger arbeitete sich bis an die 10-Yard-Linie der Hurricanes voran, wobei vor allem Ballfänger Lewis Kirby für Raumgewinn sorgte. Der abschließende 28-Yard-Fieldgoalversuch von Luca Jeckstadt, der nach seiner Verletzung wieder im Team zurück war, scheiterte, da der Snap missglückte. Die Kiel Baltic Hurricanes nutzten ihrerseits den Turnover aus, um ihren Vorsprung kurz vor der Halbzeitpause auszubauen. Mit Läufen von Maximilian Lundahl und Passfängen von Chandler Smith ging es bis an die 6-Yard-Linie der Lions voran. Das 14:0 (PAT A. Wulford) erzielte der dänische Ballträger Maximilian Lundahl. Mit diesem Spielstand ging es in die Pause.

3rd Quarter

Den besseren Start in die zweite Spielhälfte hatte die Verteidigung der New Yorker Lions, die den Angriff der Kieler auf Höhe der Mittellinie stoppen konnte. Dabei steuerte der brasilianische Neuzugang im Jersey der Löwen, Gabriel Montagner, seinen ersten Quarterback-Sack den Statistiken hinzu. Die Angriffsmaschinerie der Braunschweiger lief nach wie vor nicht rund, und so lag es erneut an der Defense, das Team weiterhin im Spiel zu halten. Nach einem weiteren Punt der Lions-Offense war es Safety Louis Bergeron, der einen Passversuch von Kiels PJ Settles abfing und seinen Angriff in aussichtsreicher Position wieder aufs Feld brachte. Philipp Dolezal mit Passfängen sowie Karé Lyles und Marc Kaufmann mit Läufen brachten den Ball bis 11 Yards vor die Kieler Endzone. Lewis Kirby vollendete den Drive mit einem 11-Yard-Touchdown-Catch zum 14:7 (PAT L. Jeckstadt).

4th Quarter

Es ging ins vierte und letzte Spielviertel, das spannender nicht hätte sein können. Die Braunschweiger Defense stoppte abermals den Angriff der Hurricanes und sorgte für den nächsten Punt der Gastgeber. Der Angriff der Löwen hatte endlich seinen Rhythmus gefunden und bewegte den Ball kontinuierlich über das Spielfeld Richtung Kieler Endzone. Für den 14:14-Ausgleich (PAT L. Jeckstadt) sorgte CJ Okpalobi nach einem 29-Yard-Pass von Karé Lyles. Die Kiel Baltic Hurricanes ließen aber nicht lange auf ihre Antwort warten und marschierten mit Runningback Lorenz Rotermund in Richtung Braunschweigs Endzone. Die erneute Führung der Hausherren zum 21:14 (PAT A. Wulford) erzielte Spielmacher PJ Settles mit einem 6-Yard-Lauf.

Bei noch knapp fünf Minuten verbleibender Spielzeit ging es jetzt Schlag auf Schlag. Kiels Versuch eines Onside-Kicks schlug fehl und brachte die New Yorker Lions an der Kieler 39-Yard-Linie in Ballbesitz. Philipp Dolezal mit einem 25-Yard-Passfang und Karé Lyles mit einem 6-Yard-Lauf bereiteten den erneuten Ausgleich zum 21:21 (PAT L. Jeckstadt) durch Marc Kaufmann mit einem 8-Yard-Lauf vor.

Kiels nächste Angriffsserie scheiterte erneut an Braunschweigs Abwehr, aber auch der Angriff der Lions hatte bei noch knapp 1 Minute und 20 Sekunden Spielzeit das Nachsehen. Was folgte, war aus Sicht der Hurricanes das spielentscheidende Play. Runningback Lorenz Rotermund erhielt auf Höhe der eigenen 45-Yard-Linie den Ball und kämpfte sich mit Unterstützung seiner Offense-Line durch die Reihen der Spieler der Braunschweiger Verteidigung und lief über 55 Yards zum 28:21 (PAT A. Wulford) bis in die Endzone der Löwen.

Mit nur noch einer Minute Spielzeit wurde es eng für die Mannschaft von Headcoach Troy Tomlin. Doch hatten die Hurricanes das Spiel und den Sieg schon gefühlt sicher in ihren Händen, war es die Kombination Karé Lyles auf CJ Okpalobi über 56 Yards bis kurz vor ihre Endzone, die sie in die Realität zurückholte. Zwei Spielzüge später war es Philipp Dolezal, der sein Team auf 28:27 heranbrachte.

Bei noch knapp 20 Sekunden Spielzeit versuchten die Lions, das Spiel mit einer Two-Point-Conversion zu ihren Gunsten zu kippen. Leider misslang dieses Unterfangen, und so blieb den Löwen nur noch eine Chance, nochmals in Ballbesitz zu kommen. Mit einem Onside-Kick-Versuch von Luca Jeckstadt sollte das fast Unmögliche gelingen, nochmals eine Chance auf den Sieg zu bekommen. Den vom Braunschweiger Kicker perfekt platzierten Ball sicherte Dominique Shelton und brachte somit sein Team auf Kiels 49-Yard-Linie nochmals in Ballbesitz. Es folgte ein langer Passversuch von Karé Lyles auf Philipp Dolezal, den Kiels Linebacker Bodo Bilitewski abfangen konnte und so schlussendlich den Sieg für seine Mannschaft sicherte – und damit die Aufholjagd der Lions beendete.

Scoreboard
07:00 9-Yard-TD-Pass PJ Settles auf Chandler Smith (PAT A. Wulford)
14:00 6-Yard-TD-Lauf Maximilian Lundahl (PAT A. Wulford)
14:07 11-Yard-TD-Pass Karé Lyles auf Lewis Kirby (PAT L. Jeckstadt)
14:14 29-Yard-TD-Pass Karé Lyles auf CJ Okpalobi (PAT L. Jeckstadt)
21:14 6-Yard-TD-Lauf PJ Settles (PAT A. Wulford)
21:21 8-Yard-TD-Lauf Marc Kaufmann (PAT L. Jeckstadt)
28:21 55-Yard-TD-Lauf Lorenz Rotermund (PAT A. Wulford)
28:27 8-Yard-TD-Pass Karé Lyles auf Philipp Dolezal (TPC nicht gut)

Text: Holger Fricke

 

Lions zu Gast in Kiel – es beginnt die entscheidende Phase der Saison

Am kommenden Samstag treffen die New Yorker Lions auf die Kiel Baltic Hurricanes (19. Juli, Kick-Off 16 Uhr, Kilia-Stadion).

Nach der Hälfte der regulären Saison in der ERIMA-GFL 2025 geht es für viele Teams bereits um alles oder nichts. Mit Blick auf die aktuelle Tabellensituation in der Nord-Gruppe kann das Duell der beiden Kontrahenten bereits richtungsweisend für die Playoffs werden.

Mit drei Siegen und drei Niederlagen finden sich die New Yorker Lions aktuell auf Platz vier der Tabelle wieder – dicht gefolgt von den Kiel Baltic Hurricanes und den Düsseldorf Panthern, die jeweils mit drei Siegen und vier Niederlagen die Plätze fünf und sechs belegen. Wollen die Lions von Headcoach Troy Tomlin weiterhin den vierten Platz verteidigen und den Blick Richtung Playoffs aufrechterhalten, ist ein Sieg in Kiel Pflicht. Mit Blick auf den Gegner wartet ein hartes Stück Arbeit auf die Lions.

Die Kiel Baltic Hurricanes haben mit PJ Settles einen Quarterback für 2025 gefunden, der in der GFL kein Unbekannter ist. Der US-Amerikaner stand 2021 bei den Potsdam Royals auf dem Feld und erreichte mit ihnen das Halbfinale. Neben einem starken Wurfarm überzeugt der Spielmacher auch durch seine Laufstärke: In der bisherigen Saison erzielte er neben 14 Passing-Touchdowns auch sieben weitere per Lauf.

PJ Settles spielte in den USA am Rhodes College. Nach seiner Zeit in Deutschland 2021 war er zuletzt in der amerikanischen Indoor-Liga aktiv.

Hauptanspielstation und aktuell einer der besten Receiver der ERIMA-GFL 2025 ist Settles’ Landsmann Chandler Smith. Der aus Georgia stammende Ballfänger kommt von der Samford University (FCS) und war dort eine feste Größe im Team der Bulldogs. In den bisherigen Spielen für Kiel fing er 39 Pässe für über 700 Yards Raumgewinn und sieben Touchdowns.

Im Backfield agiert auch 2025 wieder Runningback Lorenz Rotermund. Mit aktuell über 90 Laufversuchen für mehr als 400 Yards und fünf Scores ist der MVP der Hurricanes 2024 auch in dieser Saison erneut eine verlässliche Bank im Angriff von Headcoach Timo Zorn.

In der Defensive der Kiel Baltic Hurricanes stehen Defensive Coordinator Carsten Dohm mit CJ Davis und Robert Revels erneut zwei Leistungsträger zur Verfügung. Passverteidiger CJ Davis spielt 2025 bereits seine fünfte Saison im Jersey der Hurricanes und hat mittlerweile auch seinen Lebensmittelpunkt an der Kieler Förde gefunden. Wie in den Jahren zuvor gehört der US-Amerikaner auch in dieser Saison wieder zu den besten seiner Zunft und ist ein Schrecken für die gegnerischen Wide Receiver.

Ebenso zu den Top 5 der ERIMA-GFL 2025 zählt Linebacker Robert Revels, der in seinem vierten Jahr in Kiel spielt – und wie CJ Davis dort mittlerweile auch lebt. Mit aktuell 44 Tackles, einem Sack, einem Forced Fumble und zwei Interceptions ist er eine feste Größe in der Verteidigung der Kieler.

Ebenfalls nicht zu unterschätzen ist die erste Reihe der Hurricanes-Defense. Mit Tom Kamphausen und Sören Haß befinden sich gleich zwei Spieler der Defensive Line unter den besten zehn auf ihrer Position, was die bisherigen Quarterback-Sacks der Saison 2025 betrifft.

Auf Seiten der New Yorker Lions hat sich die Verletzungssituation nur bedingt entspannt. Aufgrund der anhaltenden Pechsträhne wurde der Kader bereits vor zwei Wochen im Spiel gegen die Potsdam Royals durch mehrere Neuzugänge verstärkt.

Mit dem französischen Quarterback Marouane Dardour, den Runningbacks Vincent Fehr und Nils Bünger, Rückkehrer Fabian Rolfes sowie dem brasilianischen Defense Liner Gabriel Montagner konnte etwas Tiefe in den Kader gebracht werden. Nach zwei weiteren Wochen Eingewöhnung ins Team und Spielsystem könnte dies nun für mehr Entlastung sorgen.

Wer das Spiel nicht live vor Ort in Kiel verfolgen kann, hat die Möglichkeit, die Partie entweder über Sportdeutschland.TV oder in der Live-Konferenz im Free-TV bei DF1 zu sehen.

Text: Holger Fricke

Lions können Potsdam Royals nur eine Halbzeit in Schach halten

In einem, vor allem von Seiten der Lions-Defense lange offen gestalteten Spiel, müssen sich die New Yorker Lions schlussendlich den Potsdam Royals mit 32:5 (0:3; 0:2; 16:0; 16:0) geschlagen geben. Nachdem das Team von Headcoach Troy Tomlin noch mit einer 0:5-Führung in die Halbzeitpause ging, mussten sich die Löwen in der zweiten Hälfte dem amtierenden Deutschen Meister geschlagen geben.

Aufgrund der andauernden Verletzungsmisere liefen gleich fünf Neuzugänge für die Braunschweiger in Potsdam auf. Auf Seiten des Angriffs neu im Team sind der französische Quarterback Marouane Dardour, die Runningbacks Vincent Fehr und Nils Bünger sowie Rückkehrer Tight End Fabian Rolfes. In der Defense verstärkt ab sofort der Brasilianer Gabriel Montagner die Defensive Line.

1st Quarter

Die Lions gewannen den Coin Toss und entschieden sich für das Angriffsrecht. Doch gleich der erste Versuch eines langen Passes von Karé Lyles auf Michael Breuler geriet zu kurz, und Royals-Safety Ronaldo Tomasello fing den Ball ab. Von der eigenen 32-Yard-Linie starteten die Gastgeber ihren ersten Angriffs-Drive, den die Braunschweiger Defense aber nach kurzer Zeit beendete und die Potsdamer zum Punt zwang.

Mit Läufen von CJ Okpalobi und Passfängen von Michael Breuler und Lewis Kirby kamen die Lions bis an die 9-Yard-Linie der Royals voran. Mark Peschelt sorgte von dort mit einem 26-Yard-Fieldgoal für die 0:3-Führung. Die Potsdam Royals um Spielmacher Kenyatte Allen näherten sich in ihrem nächsten Angriffs-Drive mit einem Wechsel von Lauf- und Passspielzügen Yard für Yard der Endzone der Lions. Sahen sie sich schon in der Endzone der Löwen, hatten sie aber nicht mit der Lions-Verteidigung gerechnet.

2nd Quarter

Beim Versuch von Kenyatte Allen, mit dem ersten Spielzug des zweiten Quarters selbst mit dem Ball den ersten Touchdown für sein Team zu erzielen, verlor dieser das Spielgerät, und Braunschweigs Lauritz Heinze sicherte den Ball für sein Team. In Punkte konnte die Offense der Lions den Turnover nicht umwandeln, denn die Verteidigung der Potsdamer ließ keinen nennenswerten Raumgewinn zu. Der Angriff der Royals kam nun mit ihrem zweiten US-amerikanischen Quarterback und Neuzugang Xeavier Bullock auf das Feld und machte sich erneut auf den Weg Richtung Braunschweiger Endzone. Dieses Mal kamen sie bis an die 5-Yard-Linie der Lions voran, bevor es Xeavier Bullock war, der ebenfalls bei einem eigenen Laufversuch den Ball verlor – Braunschweigs Safety Louis Bergeron konnte diesen in der eigenen Endzone sichern.

Im weiteren Verlauf des zweiten Spielviertels konnten weder die Offense der Royals noch die der Lions Mittel und Wege finden, um zu punkten. So dauerte es bis kurz vor der Halbzeitpause, bevor das Special Team der Löwen, in Person von Patrick Finke, die Führung auf 0:5 erhöhen konnte: Bei einem Puntversuch der Royals blockte Finke den Ball, der über die Endzone der Potsdamer hinausrollte – Safety.

3rd Quarter

In der Halbzeitpause schienen die Hausherren die richtigen Korrekturen gemacht zu haben, denn sie kamen deutlich verbessert und offensiv effektiver aus der Kabine. Kontinuierlich ging es Richtung Braunschweiger Endzone, und die Kombination Kenyatte Allen auf Tight End Finn Krause sorgte mit einem 5-Yard-Pass für die 8:5-Führung der Potsdamer (TPC M. Flowers). Die Verteidigung der Royals lief ebenfalls auf Hochtouren und ließ dem Angriff der Braunschweiger um Karé Lyles kaum Luft und Zeit zum Atmen oder Raumgewinn.

So war es nur eine Frage der Zeit, bis die Gastgeber ihre Führung weiter ausbauen konnten. Mit Läufen von Heiko Bals und Xeavier Bullock ging es bis 14 Yards vor die Braunschweiger Endzone. Der Quarterback der Royals selbst sorgte von dort mit einem Lauf für den Ausbau der Führung auf 16:5 (TPC H. Bals).

4th Quarter

Es ging ins vierte und letzte Quarter, und die Potsdam Royals machten dort weiter, womit sie im dritten Viertel erfolgreich waren. Die Verteidigung des Titelverteidigers setzte Braunschweigs Angriff weiter unter Druck, sodass sich kaum noch ein Spielzug entwickeln konnte. Die Offense der Royals nutzte zunehmend die nachlassenden Kräfte der Braunschweiger Verteidigung aus und kam vor allem mit ihrem Laufspiel über Heiko Bals und Xeavier Bullock zum Erfolg. Heiko Bals war es auch, der mit einem 9-Yard-Lauf auf 24:5 (TPC X. Bullock) erhöhte.

Die Lions warfen noch einmal alles in die Waagschale und schafften es, sich bis auf 20 Yards der Potsdamer Endzone vorzuarbeiten. Von dort versuchte Karé Lyles, seinen Receiver Philipp Dolezal in der Endzone anzuspielen. Der Pass wurde jedoch abgefälscht, und Aashari Crosswell auf Seiten der Royals fing den Ball ab und trug ihn über mehr als 100 Yards bis in die Endzone der Lions zum 32:5 (TPC K. Allen) zurück. Damit war das Spiel entschieden, und auch das letzte Aufbäumen der Lions mit auslaufender Uhr brachte keinen zählbaren Erfolg mehr.

Scoreboard
00:03 – 26-Yard-Fieldgoal M. Peschelt
00:05 – Safety – Blocked Punt P. Finke, Ball über die Endzone ins Aus
08:05 – 5-Yard-TD-Pass K. Allen auf F. Krause (TPC M. Flowers)
16:05 – 14-Yard-TD-Lauf X. Bullock (TPC H. Bals)
24:05 – 9-Yard-TD-Lauf H. Bals (TPC X. Bullock)
32:05 – 100-Yard-Interception-Return-TD A. Crosswell (TPC K. Allen)

Text: Holger Fricke

 

New Yorker Lions zu Gast beim Deutschen Meister

Am kommenden Samstag (05. Juli, Kickoff 16 Uhr, Sportpark Luftschiffhafen) treffen die New Yorker Lions auf den amtierenden Deutschen Meister – die Potsdam Royals.

Die Ausgangslage für die Saison 2025 war für die Royals unter Headcoach Michael Vogt alles andere als leicht. Nach dem erneuten Gewinn des GFL Bowls verließen mehrere Leistungsträger das Team – allen voran Quarterback Jaylon Henderson und Wide Receiver Brendan Beaulieu.

Als neuer Spielmacher wurde Tyrrell Pigrome aus der CFL verpflichtet. Doch der US-Amerikaner verletzte sich bereits im ersten Spiel schwer, sodass kurzfristig Ersatz her musste. Diesen fanden die Potsdamer in Kenyatte Allen – einem in der GFL bestens bekannten Namen. Bereits 2022 überzeugte Allen bei den Allgäu Comets mit über 3.300 Passing Yards, 43 Touchdowns sowie weiteren sechs Touchdowns und 244 Yards am Boden. Er war statistisch der beste Quarterback der Liga und warf die Lions damals im Viertelfinale mit einem 14:10-Sieg aus dem Rennen. 2023 wechselte Allen in die ELF – zunächst zu den Leipzig Kings, später zu Stuttgart Surge.

Auch Wide Receiver Nathanael Stewart – ebenfalls früher bei den Comets – läuft in dieser Saison für die Royals auf. 2024 kam er auf 92 Receptions für über 1.500 Yards und 22 Touchdowns – ligaweit die zweitbeste Ausbeute.

Ein zentraler Baustein im Angriff bleibt Allzweckwaffe Heiko Bals, der 2025 erneut zu den Topscorern zählt.

In der Defense führen Linebacker Ryan Minniti (über 40 Tackles, vier Sacks, eine Interception) sowie die Passverteidiger Ronaldo Tomasello und Davon Ferguson das Geschehen an. Tomasello fing bereits drei gegnerische Pässe ab, Ferguson – ein Neuzugang vom Division-1-College Bowling Green – steht ihm mit ebenfalls drei Interceptions in nichts nach. Die Defense der Royals ließ in sechs Spielen nur 39 Punkte zu – Bestwert der Liga.

Neu im Coaching Staff ist Offense Coordinator Gabriel Landa, der mit Stationen bei Stanford, Arizona State und zuletzt den Wroclaw Panthers (ELF) kommt. Die Defense bleibt unter der Leitung von Mitch Viger, der seit 2023 eine der besten Verteidigungen der Liga aufgebaut hat.

Dass die Royals nicht unschlagbar sind, bewiesen die Düsseldorf Panther. Die Aufsteiger besiegten Potsdam überraschend mit 20:7 – im ersten Einsatz von Quarterback Kenyatte Allen. Seitdem präsentierten sich die Brandenburger jedoch wieder dominant: 50:0 und 60:8 gegen Paderborn, 42:0 gegen Hildesheim, 48:7 gegen Kiel und zuletzt 20:0 gegen die Berlin Rebels sprechen eine deutliche Sprache.

Im Kader der Lions bleibt die Personallage angespannt. Nach zwei Spielen mit weniger als 40 verfügbaren Spielern ist offen, ob in Potsdam wieder mehr Optionen zur Verfügung stehen. Wer letztlich auflaufen kann, entscheidet sich erst kurzfristig.

Hitzeschlacht mit Showeinlage – Lions dominieren Dolphins mit 66:19

Bei Temperaturen von über 30 °C im Braunschweiger Eintracht-Stadion lieferten die New Yorker Lions eine Machtdemonstration ab. Angeführt von einem überragenden CJ Okpalobi, der gleich fünf Touchdowns erzielte, überrollten sie die Paderborn Dolphins mit 66:19 (22:0; 17:7; 14:6; 13:6).

Ausgangslage

Beide Teams mussten mit ausgedünnten Kadern antreten – Braunschweig mit 38, Paderborn mit nur 34 spielfähigen Spielern. Doch während die Gäste schnell an ihre Grenzen stießen, drehten die Lions vor heimischer Kulisse auf und boten ihren Fans ein offensives Feuerwerk.

1st Quarter

Die Lions gewannen den Coin Toss und entschieden sich für den Ballbesitz. Nach nur zwei Spielzügen war es CJ Okpalobi, der mit einem 53-Yard-Lauf die frühe 7:0-Führung erzielte (PAT Peschelt). Paderborn hatte direkt Probleme, Rhythmus zu finden. Ein misslungener Punt führte dazu, dass Louis Bergeron den freien Ball an der 16-Yard-Linie sichern konnte. Kurz darauf erhöhte erneut Okpalobi auf 14:0. Die Offense der Lions marschierte weiter – Okpalobi verwandelte seinen dritten Touchdown im ersten Viertel nach einem 15-Yard-Pass von Karé Lyles. Eine verunglückte PAT-Formation endete in einer erfolgreichen Two-Point-Conversion durch Philipp Dolezal: 22:0.

2nd Quarter

Auch im zweiten Abschnitt dominierte Okpalobi. Ein 4-Yard-Lauf bedeutete das 29:0. Danach gelang den Dolphins der erste Lichtblick: QB Gorny bediente Jordan Pouncy über 49 Yards, ehe Joshua Breece mit einem 18-Yard-Lauf auf 29:7 verkürzte. Doch Braunschweig schlug direkt zurück. Ein 44-Yard-Pass von Lyles auf Tammo Vroom stellte den alten Abstand wieder her. Kurz vor der Halbzeit erhöhte Kicker Mark Peschelt per 43-Yard-Fieldgoal auf 39:7.

3rd Quarter

Die Lions machten nach der Pause dort weiter, wo sie aufgehört hatten. Louis Bergeron blockte einen Punt, Dominique Shelton sicherte den Ball und trug ihn in die Endzone: 46:7. Paderborn setzte zunehmend auf das Laufspiel und erzielte durch Linebacker Justin Schöddekopf ein 20-Yard-Rushing-TD (46:13). Doch wieder war es Okpalobi, der den Ton angab – ein 45-Yard-Run bereitete das 53:13 durch Rückkehrer Tjard Müggenburg vor. Kurz vor Ende des Drittels erzwang die Braunschweiger Defense einen Fumble, den Lauritz Heinze sichern konnte.

4th Quarter

Der letzte Abschnitt begann mit dem fünften Touchdown von Okpalobi – ein spektakulärer 24-Yard-Lauf zum 59:13. Kurz darauf erhöhte Philipp Dolezal nach einer Interception und einem starken Return von René Merkel auf 66:13. Den Schlusspunkt setzten die Gäste durch Joshua Breece, der mit einem 39-Yard-Lauf den Endstand von 66:19 herstellte.

Scoreboard:

07:00 – 53 Yard TD-Pass K. Lyles auf CJ Okpalobi (PAT M. Peschelt)
14:00 – 1 Yard TD-Lauf CJ Okpalobi (PAT M. Peschelt)
22:00 – 15 Yrad TD-Pass K. Lyles auf CJ Okpalobi ( TPC P. Dolezal)
29:00 – 4 Yard TD-Lauf CJ Okpalobi (PAT M. Peschelt)
29:07 – 18 Yard TD-Lauf J. Breece (PAT D. Severin)
36:07 – 44 Yard TD-Pass K. Lyles auf T. Vroom (PAT M. Peschelt)
39:07 – 43 Yard Fieldgoal M. Peschelt
46:07 – 5 Yard Blocked-Punt-Return D. Shelton (PAT R. Scozylas)
46:13 – 20 Yard TD-Lauf J. Schöddekopf (TPC nicht gut)
53:13 – 3 Yard TD-Pass K. Lyles auf T. Müggenburg (PAT L. Schwarz)
59:13 – 2 Yard TD-Lauf CJ Okpalobi (PAT nicht gut)
66:13 – 5 Yard TD-Lauf P. Dolezal (PAT R. Scozyals)
66:19 – 39 Yard TD-Lauf J. Breece (TPC nicht gut)

ERIMA GFL Woche 7 vs Paderborn Dolphins – Ziel Klassenerhalt

Nachdem das Team von der Pader die Spielzeiten 2023 und 2024 mit drei bzw. vier Siegen abschließen konnte und dabei im letzten Jahr bedingt durch den Rückzug der Berlin Adler der eigentlich fälligen Relegation entging, zeichnet sich für die Truppe von Head Coach Jason Irmscher in diesem Jahr eine deutlich schwerere Saison ab, bei der die Dolphins am Ende durchaus in der Relegation um den Klassenerhalt landen könnten.

Nach der Corona-Pandemie gelang den Paderbornern ein Durchmarsch von der Regionalliga bis in die GFL. Getragen war das Ganze von einer sehr guten Jugendarbeit, die dem Verein 2018 und 2019 zwei Jugendmeisterschaften beschert hatte. Die Coaching Crew der Dolphins stellt sich in diesem Jahr der schweren Aufgabe, mit Nachwuchskräften aus der GFL Juniors und einigen deutschen Zugängen aus der regionalen Paderborner Umgebung eine Truppe auf das Feld zu stellen, die in der Lage ist, die Liga zu halten.

Nach dem Verlust von QB Zachary Whitehead an die Munich Cowboys führt in diesem Jahr QB-Rückkehrer Niklas Gorny die Offense der Ostwestfalen an. Er kommt von den Bielefeld Bulldogs und bringt seinen Bruder Felix Gorny als Offense Coordinator mit. Geblieben ist RB Joshua Breece, der allerdings im Hinspiel gegen die Lions verletzt fehlte. Als neuen Top-Receiver holten die Dolphins WR Jordan Pouncey aus dem US-Hallenfootball nach Deutschland. Das war es dann aber auch schon mit den wichtigen Neuzugängen für die Offense der Paderstädter.

Auf der Abwehrseite steht mit Marcel Berlau ein neuer Coordintaor, der auch schon bei den Assindia Cardinals und den Düsseldorf Panthern an der Sideline tätig war. Er kann auf die Unterstützung von LB Antonie Valentine setzen, der den Dolphins aus dem letzten Jahr treu geblieben ist und der Top-Tackler der Paderborner im letzten Jahr war. Neu im Team ist der britische DB Tyrel Thomas, der mit US-College Erfahrung nach Paderborn kommt. Auf die Leistungen beider wird es im möglichen Kampf um den Klassenerhalt sicherlich sehr ankommen.

Zu allem Überfluss hält die laufende Saison auch noch einen richtig schweren Spielplan für die Paderborner bereit. Bis Ende Juli bekommen es die Dolphins jeweils zwei Mal mit den Potsdam Royals, den Berlin Rebels und den New Yorker Lions zu tun. Außerdem müssen sie auch noch gegen Hildesheim und auswärts bei den Pforzheim Wilddogs antreten. Danach wartet dann mit den Düsselddorf Panthern einerseits zwar der aktuelle Aufsteiger, aber eben einer, der nicht wirklich ein ‚normaler‘ Aufsteiger ist. Im letzten regulären Saisonspiel treten die Delfine dann gegen die Straubing Spiders an, die ihrerseits voraussichtlich um den Klassenerhalt im Süden kämpfen müssen. Aktuell sind die Dolphins noch ohne Sieg in der laufenden Saison beziehungsweise mussten folgerichtig bisher vier Niederlagen quittieren.

Also leichtes Spiel am kommenden Sonntag für die New Yorker Lions? Vorsicht! Die Dolphins haben mehr oder weniger jetzt schon nicht mehr viel zu verlieren und werden sich mit Sicherheit nicht kampflos geschlagen geben. Beim Team von Head Coach Troy Tomlin hat die aktuelle Verletzungssituation derartige Ausmaße angenommen, dass beim Spiel gegen Dresden am letzten Wochenende nur noch knapp vierzig Spieler zur Verfügung standen. Dabei sind zum Teil auch sehr schwere Verletzungen, wie zum Beispiel bei DL Alan Steinohrt, der in diesem Jahr aufgrund einer fast vollständig zerstörten Schulter nicht mehr spielen kann. Unter diesem Aspekt sind immer Überraschungen möglich, auch wenn die Lions natürlich wissen, dass sie nach den beiden Niederlagen in Berlin und gegen Dresden dringend auf Punkte angewiesen sind, um nicht frühzeitig in eine noch schwierigere Ausgangslage im Hinblick auf die Playoffs zu geraten.

Paderborn braucht die Punkte aber genauso und mindestens so dringend. Nur halt für ein anderes Ziel…

Text: Torsten Morgenstern

 

New Yorker Lions zahlen Verletzungsmisere und starken Dresden Monarchs Tribut

Hochsommerliche Temperaturen, eine anhaltende Verletzungsmisere und starke Dresden Monarchs, die vor allem in Halbzeit zwei den Lions klar die Grenzen aufzeigten, führten zur 7:35 (0:0; 7:7; 0:21; 0:7)-Niederlage der Braunschweiger Footballer.

Nur 40 Spieler standen Headcoach Troy Tomlin für das Spiel zur Verfügung – und selbst von diesen waren längst nicht alle bei 100 %. Die New Yorker Lions gewannen den Coin Toss und entschieden sich für das Angriffsrecht.

1st Quarter

Das erste Quarter war geprägt von beiden Verteidigungsreihen. Sowohl die Lions als auch die Abwehr der Gäste ließen dem Gegner wenig Raum zum Agieren. Auf Seiten der Braunschweiger verbuchten Jonas Pflug und Lukas Baumann jeweils einen Quarterback-Sack. Zudem eroberte die Lions-Defense einen Fumble von Monarchs-Runningback Tof Lala im Rahmen eines ausgespielten vierten Versuchs der Gäste.

Der Angriff der Hausherren versuchte vor allem über Runningback CJ Okpalobi zum Erfolg zu kommen – doch die Defense der Gäste war gut eingestellt. Zu allem Überfluss unterlief Quarterback Karé Lyles ein Fehler beim Versuch, Michael Breuler anzuspielen: Der Pass wurde von Dresdens Passverteidiger Yann Marton abgefangen.

2nd Quarter

Mit dem Seitenwechsel zu Beginn des zweiten Viertels gelangten die Monarchs erstmals gefährlich nah an die Braunschweiger Endzone. Starker Druck der Lions-Defense – in der Patrick Finke sein Comeback feierte – sowie ein Fehler von Spielmacher Justin Miller, der zu spät zum Pass ansetzte, und ein misslungener Fieldgoal-Versuch verhinderten Punkte der Gäste.

Besser lief es im Gegenzug für die Braunschweiger. Läufe von CJ Okpalobi sowie Passfänge von Michael Breuler, Lewis Kirby und Tammo Vroom führten die Lions bis an die 8-Yard-Linie der Monarchs. Für das 7:0 (PAT Mark Peschelt) sorgte Lewis Kirby nach einem Pass von Karé Lyles.

Beide Teams mussten anschließend ihre Angriffsserien mit einem Punt beenden, ehe die Gäste erstmals den Weg in die Endzone fanden. Entscheidende Akteure: Runningback Tof Lala und das gefährliche Duo Justin Miller / Tyler Hudson. Letzterer fing einen 7-Yard-Pass seines Quarterbacks zum 7:7-Ausgleich (PAT F. Finke).

Mit dem letzten Spielzug der ersten Halbzeit versuchten die Monarchs mit einem 44-Yard-Fieldgoal in Führung zu gehen – doch Lions-Verteidiger Lukas Baumann blockte den Ball.

3rd Quarter

Nach der Halbzeitpause übernahmen die Dresden Monarchs zunehmend die Kontrolle.

Kurz nach Wiederanpfiff erhöhte Aaron David Perez per 16-Yard-Pass von Justin Miller auf 7:14 (PAT F. Finke). Die Lions-Offense konnte im dritten Viertel zwar immer wieder Akzente setzen, blieb aber ohne Punkte – auch aufgrund der starken Gäste-Defense.

Dresden hingegen war im Flow. Ein 46-Yard-TD-Pass von Miller auf Tyler Hudson stellte auf 7:21 (PAT F. Finke), bevor Tof Lala mit einem 63-Yard-Lauf – dem letzten Spielzug des dritten Quarters – auf 7:28 erhöhte (PAT F. Finke).

4th Quarter

Im letzten Abschnitt versuchten die stark dezimierten New Yorker Lions noch einmal alles, mussten sich aber letztlich den Dresden Monarchs und den Umständen geschlagen geben. Den Schlusspunkt setzte erneut Tof Lala mit einem 29-Yard-Lauf zum 7:35-Endstand (PAT F. Finke).

Scoreboard:
07:00 – 8-Yard-TD-Pass K. Lyles auf L. Kirby (PAT M. Peschelt)
07:07 – 7-Yard-TD-Pass J. Miller auf T. Hudson (PAT F. Finke)
07:14 – 16-Yard-TD-Pass J. Miller auf A. D. Perez (PAT F. Finke)
07:21 – 46-Yard-TD-Pass J. Miller auf T. Hudson (PAT F. Finke)
07:28 – 63-Yard-TD-Lauf T. Lala (PAT F. Finke)
07:35 – 29-Yard-TD-Lauf T. Lala (PAT F. Finke)

Text: Holger Fricke

 

Königlicher Auftritt – New Yorker Lions vs Dresden Monarchs

16 Yards – so viel beziehungsweise wenig Raumgewinn fehlte den Dresden Monarchs letztes Jahr im GFL Bowl zur Deutschen Meisterschaft. Dabei war die letztjährige Saison für das Team aus der sächsischen Landeshauptstadt nahezu durchgehend perfekt gelaufen. Am Ende gingen in der Regular Season nur zwei Spiele verloren, wobei die Niederlage in Potsdam ‚erwartbar‘ war, der Ausrutscher gegen die Berlin Rebels hingegen nicht. In den letztjährigen Playoffs dann wieder das gewohnte Bild eines starken Monarchs Teams, das souverän in den GFL Bowl einzog und dem dann am Ende die bereits erwähnten 16 Yards zum Titel fehlten.

Monarchs Head Coach Greg Seamon und sein Trainerteam um Offense-Coordinator Robert Cruse und Defense-Coordinator Martin Schmidt werden sicherlich kaum für besondere Motivation im aktuellen Team der Sachsen sorgen müssen, denn einen besseren Antrieb, als den diesjährigen GFL-Bowl im eigenen Stadion zu haben und noch dazu durchaus realistische Teilnahmechancen daran zu haben, kann es wohl kaum geben. Und wenn doch, können sie immer noch die ‚16 Yards‘-Story auspacken… Natürlich ist aber auch in Sachsen allen Beteiligten klar, dass es bis dahin ein langer und vielleicht auch schwieriger Weg ist.

Damit dieser Weg auf der sportlichen Seite so einfach wie möglich wird, haben sich die Monarchs natürlich entsprechend verstärkt beziehungsweise letztjährige Leistungsträger so weit wie möglich in Dresden gehalten. Neben neuen Talenten aus der Region und Zuwachs aus der eigenen Jugend sind hier zunächst die DBs Logan Mobelini, Devonni Reed und Eero Vaija zu nennen. Das Trio wird der Defense der Sachsen ein gutes Stück Stabilität und Sicherheit geben. Hinzu kommen unter anderem mit Emmanuel Ikharo, Jason Denneboom sowie Ange-Michel Malan und Deshon Hall weitere internationale Verstärkungen für das Backfield und die Defense Line der Monarchs aus England, den Niederlanden und den USA.

Auf der anderen Seite des Balles steht mit QB Justin Miller ein erfahrener US-Mann, der fünf Jahre lang den Angriff der Southern Utah University in der Division 1 lenkte. Ihm zur Seite stehen mit RB Tofunmi Lala (der als Ersatz für den ELF-Abgang Nico Barrow geholt wurde) und WR Tyler Hudson von der University of Louisville zwei starke Angreifer, die mit jedem Gegner in der GFL mithalten können. Ergänzend dazu kamen mit den Brüdern Janne und Joel Särkelä zwei weitere Receiver aus Finnland nach Sachsen. Last not least wurde die ohnehin schon gut besetzte Offensive-Line der Monarchs mit dem Schweden Axel Nykvist und dem Australier Laurence Maio zusätzlich verstärkt.

Bisher lief es für die Monarchs in der aktuellen Saison durchweg positiv. Zum Saisonauftakt konnten die Sachsen auswärts gegen die Hildesheim Invaders einen deutlichen 19:47 Sieg einfahren, dem sie nur eine Woche später in Kiel einen weiteren 31:58 Erfolg folgen ließen. Und auch gegen die Berlin Rebels konnten die Elbestädter im eigenen Rudolf-Harbig-Stadion vor über 13.000 Zuschauern einen letztlich klaren 49:21 Erfolg verbuchen. Herausragender Akteur auf dem Feld war dabei übrigens WR Tyler Hudson, der allein fünf Touchdowns zum Sieg beisteuerte. Am letzten Wochenende stand dann bereits das Rückspiel gegen die Hildesheim Invaders an und auch hier konnte sich das Team von Greg Seamon in jeder Beziehung klar und ungefährdet mit 42:0 durchsetzen. Die Monarchs kommen also mit einer blütenweißen Weste und dem entsprechenden Selbstbewusstsein nach Braunschweig.

Für die New Yorker Lions lief der Saisonbeginn viel besser als noch letztes Jahr, wo man zum Beginn gleich drei Niederlagen in Folge kassierte. Die aktuelle Saison sieht da bereits deutlich freundlicher aus, denn nach dem knappen 27:24-Sieg im Auftaktspiel gegen die Düsseldorf Panther folgte ein überdeutliches 0:63 in Paderborn gegen in nahezu jeder Hinsicht überforderte Dolphins. Einen deutlichen Dämpfer erhielten die Lions dann allerdings am letzten Wochenende, als sie bei den Berlin Rebels eine klare 39:26 Niederlage quittieren mussten. Damit aber nicht genug, denn mit OL Malte Hrabak, DL Alan Steinohrt und K Luca Jeckstadt verletzten sich zu allem Überfluss auch noch drei für den jeweiligen Mannschaftsteil sehr wichtige Spieler. Dennoch werden die Braunschweiger Footballer natürlich alles daransetzen, gegen die Dresden Monarchs nach 2022 wieder ein Spiel zu gewinnen. Im Hinblick auf die zwar aktuell noch weit entfernten Playoffs wäre ein Sieg durchaus wichtig, um nicht bereits früh in eine nachteilige Ausgangslage beim Kampf um die vorderen Tabellenplätze zu geraten.

Welches der beiden Teams das bessere Ende für sich behält, werden wir am kommenden Samstagabend wissen. In jedem Fall dürfte es ein unterhaltsames Spiel und ein toller Tag im Braunschweiger Stadion werden, denn zum Motto ‚American Sports Day‘ präsentieren die New Yorker Lions auf dem Vorplatz ein großes Zusammentreffen von US-Sportarten aus der gesamten Region. Mit dabei sein werden u.a. die Grizzlies Wolfsburg und die Salzgitter Icefighters (Eishockey), die Basketball Löwen, die Braunschweig 89ers (Baseball) und die BTHC Guardians (Lacrosse). Kickoff ist um 16:00 Uhr, der Einlass beginnt um 14:00 Uhr.

Text: Torsten Morgenstern